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Museum Steinau / 36396 Steinau an der Straße



An der Straße von Frankfurt nach Leipzig
Neues Museum in Steinau an der Straße



Die Steinauer Museumslandschaft hat erheblichen Zuwachs bekommen: Gegenüber dem 1998 von der Stadt Steinau und der Brüder-Grimm-Gesellschaft e. V. begründeten Brüder Grimm-Haus im historischen Amtshaus wurde am 23. Juni 2006 in der einstigen Amtshofscheune das neue Museum Steinau eröffnet.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Leben, dem Werk und dem Wirken der bedeutenden Sprachwissenschaftler und Märchensammler Jacob und Wilhelm Grimm und dem künstlerischen Schaffen Emil Grimm, dem jüngeren Bruder. Hier steht das Leben der Grimms und ihrer Familie in Steinau, wo sie ihre Kindheit verbracht haben, im Mittelpunkt.

Schon der Name sagt es: Museum Steinau ...das Museum an der Straße. Das Museum stellt die Stadt Steinau, die ja schon seit mittelalterlicher Zeit den Beinamen "an der Straße" trägt als eine Stadt an der Straße vor. Die Straße und das Reisen auf der Straße sind die zentralen Themen der Ausstellung.

Das grundlegend neukonzipierte und mit Unterstützung des Landes sowie EU-Mitteln (Regionalförderung) eröffnete Museum Steinau orientiert sich an der Rolle der Stadt als einer typischen Station an der einst bedeutenden Handelsstraße zwischen Frankfurt am Main und Leipzig, die über viele Jahrhunderte die große West-Ost-Achse des Reiches bildete und der Steinau den Beinamen an der Straße gegeben hat.



Die "Straße" prägte Steinau mit all dem, was sich dort abgespielt hat: Freud und Leid, Krieg und Frieden, Armut und Wohlstand, Handel und Verkehr. Unzählige Menschen sind über diese Straße gezogen, sind so durch Steinau gekommen, mussten hier übernachten, haben ihre Wagen reparieren lassen - und sie haben ihre Eindrücke von dieser Stadt mit auf die weite Reise genommen. Das frühere Hanauische Amtshaus war der Verwaltungssitz für die Ämter Steinau und Schlüchtern. Hier wirkte der Jurist Philipp Wilhelm Grimm von 1791 bis 1796 als Amtmann und bewohnte mit seiner Familie Haus und Hof. So war die Amtshofscheune für seine Kinder beliebter Spielplatz, auch für die Söhne Jacob und Wilhelm, die später weltbekannte Sprachforscher und Märchensammler, und Ludwig Emil Grimm, den Maler und Zeichner des Biedermeier. Wie hoch die Grimm-Kinder auch beim Spielen hinauskamen, zeigt uns noch heute der Gegenstand ihres besonderen Interesses: die Scheunenleiter scheint endlos bis unters Dach zu reichen. Über die städtischen Bereiche, die Straßenstation, den Verwaltungssitz, das später ackerbürgerliche Milieu und das Handwerk berichten in der Ausstellung vier Filme; sie zeigen die Entwicklung Steinaus an der Straße.

Die Bedeutung wuchs mit dem Reiseaufkommen auf der Handelsstraße. Schon um von Frankfurt nach Steinau zu kommen, war es notwendig, viele Grenzen zu überqueren, denn das alte Reich war ein Flickenteppich. Davon erzählen historische Grenzsteine. Jede Grenze war mit vielen Verpflichtungen verbunden. Im 16. Jahrhundert wurde aus der kleinen Steinauer Burg zur Sicherung der Straße ein stattliches Schloss. Dieses Renaissance-Schloss erhielt nun Zentrumsfunktion. Alle Prosperität blieb aber von der Straße abhängig. So kam man nach Steinau, kurz oder für länger, und ging wieder. Für viele Menschen war Steinau sogar eine Station auf ihrem Lebensweg. Einzelne Personen machen dies mit ihren beruflichen und gesellschaftlichen Funktionen deutlich. Hier wird auch Friedrich Grimm, der Großvater der Brüder Grimm vorgestellt, der über 40 Jahre reformierter Pfarrer in Steinau war. Seine Altarbibel ist jetzt ein wichtiges Ausstellungsobjekt geworden. Überhaupt, - in Steinau kommt man nicht ohne die Grimms aus, so sind in allen Abteilungen des Museums immer wieder Verweise auf die Familie zu finden, es werden Arbeiten Ludwig Emil Grimms vorgestellt und es werden Märchenthemen von Jacob und Wilhelm Grimm aufgegriffen.

Die Straße von Frankfurt nach Leipzig wurde von fast allen Menschen genutzt, die durch das Reich zogen, Kaiser und Könige. Bettler und Huren, Künstler und Denker waren genauso dabei wie mancher Kaufmann oder ein Pilger auf seinem Weg. Heute kann man die Strecke bequem in drei Stunden mit dem Zug zurücklegen. Mit der Kutsche war das anders, da war man gut 14 Tage unterwegs, und es bedurfte schon einiger Utensilien, die Reise bequem zu überstehen. Das fängt beim Proviant an, geht über die Möglichkeiten zur Verteidigung und endet mit dem Geld, das man dabei haben muss. Nicht nur Bettine von Arnim kann darüber Geschichten erzählen...

Wagner, Schmiede und Sattler bestimmten in Steinau das Handwerk. Wen wundert's? Kamen doch täglich Menschen mit Tier und Wagen in die Stadt und mussten in einer der zahlreichen Herbergen, die es fast in jedem zweiten Haus gab, logieren, während der Wagen repariert oder das Pferd neu beschlagen wurde. Davon zeugen auch zahlreiche Gasthof-Schilder aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Später konnte man vielleicht einen neuen Wagen aussuchen, hatte sich doch hier auch eine florierende Kutscherfabrik etabliert. Kutschenfabriken waren auch bitter notwendig, wenn man sich einen Spurrillenstein von der Straße ansieht. Die Strapazen des Reisens werden noch heute hier augenfällig. Wir sehen auch , dass sich in den letzten 150 Jahren das Reisen von Grund auf verändert hat. Während noch im frühen 19. Jahrhundert der Reisende die Nacht im sicheren Steinau verbringen musste, fuhr er kaum zwanzig Jahre später mit der Eisenbahn an der Stadt vorbei.

Die Gäste finden heute über die Autobahnabfahrt nach Steinau. Eine Kutsche aus der Kutschenfabrik Romeiser vor einem an der Stadtsilhouette vorbeirauschenden ICE zeigt, wie sehr sich das Reisen in den letzten 150 Jahren verändert hat. Musste der Gast früher Quartier in der Stadt nehmen und war viele Stunden in Steinau, so fährt er heute in wenigen Sekunden an der Stadt vorbei....

Seit dem 14. Jahrhundert ist für Steinau sowie einige seiner heutigen Stadtteile das Töpferhandwerk belegt. Über die Handelsstraße fand das, was die Töpfer hergestellt haben, direktem Weg zum Kunden in Westfalen und Sachsen. Funde aus dem Mittelalter und dem 17. Jahrhundert zeigen die Entwicklung des regionalen Töpferhandwerkes. Die Vielfalt von Formen und Dekoren im 19. Jahrhundert wird genauso vorgestellt wie manch besonderes Gefäß. So erzählt eine alte Steinauerin von der "Pfingstinsel". Die Entstehung des fast ausschließlich in Marjoß gefertigten Schraubtopfes ist im Film zu verfolgen. Eine Besonderheit ist, dass in Steinau sowohl in Irdenware als auch in Steinzeug hergestellt wurden. Dieser Steinzeug-Produktion ist viel Platz eingeräumt. Doch auch in Steinau schwanden im frühen 20. Jahrhundert die Absatzmöglichkeiten für die bäuerliche Keramik. Es blieben die kunsthandwerkliche Töpferei und Ofenkeramikproduktion, wobei manch prächtiger Jugendstil-Ofen hier entstanden ist.







Weitere Infos auf der Website www.museum-steinau.de

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